Mit ohne mir.

‚Dokomi‘ war bei mir das Stichwort des Pfingst-Wochenendes. Die ‚Dokomi‘ ist zu Erklärung eine zwei tägige Anime-Manga-Game-Cosplay-Japan-Kultur-Convention in Düsseldorf. Das dritte Mal – und das erste Mal für mich. So lautete der ziemlich spontane Plan, weswegen ich dann auch ziemlich spontan einen Fotografen mit Restalkohol im Blut und einen Sprüche-klopfenden Ex-Skater in mein „Auto“ gepackt habe und wir gegen Mittags ab nach Düsseldorf gedüst sind. Als wir dann ankamen war die erste halbe Stunde eine komplette Reizüberflutung: Verkleidete Menschen überall. Ich konnte die schiere Masse an perfekten Kostümen Vorort kaum wahrnehmen und richtig realisieren –was ich so noch nicht erlebt habe. Denn bis auf die vielen Hobby-Fotografen (wie wir) war zu nahe jeder in die Rolle seines Lieblings Anime-Manga-, Videospiel- oder Comic-Charakter geschlüpft. „Guck mal hier“, „Guck mal die da“, „Guck mal da drüben“, „Die läuft aber freizügig rum“ und „What the fuck ist das da?“ hieß es dann aus unseren Mündern im Sekundentakt. Nach einer kurzzeitigen Anstellschlangen-Verwirrung haben wir dann den Kartenverkauf gefunden (Bislang standen wir vor dem Gebäude und wollten jetzt endlich hinein). Und dann, ja dann, hat uns der Eintrittskartenverkäufer tatsächlich mitgeteilt, dass alle Karten fucking ausverkauft sind! Was – ein – Schmarn… würde der Bayer jetzt sagen.
Nach einer weiteren halbstündigen Achterbahn der negativen Gefühle haben wir uns dann doch tatsächlich mit unserem Schicksal abgefunden. Wir konnten also so weder das Bühnenprogramm mit Shows, Kostümwettbewerben, Live-Auftritten, Game-Sendungen und much more wahrnehmen, noch die massigen Verkaufsangebote, die Bring&Buy-Stände, die Spielebereiche, das Maid-Café, den Anime-Synchronisations-Workshop, allgemein die Workshops oder die Zeichner-Allé mit vielen Indie-Zeichnern, Verlagen und Neuerscheinungen begutachten. Mit so einem Andrang haben die Veranstalter nicht gerechnet. Aus den 3500 Pilgern aus ganz Deutschland des letzten Jahres, wurden es dieses Jahr einfach mal über 9000 angereiste Fans. Es war wirklich restlos ausverkauft und (wie ich gehört habe) sehr überfüllt. Nachdem der strahlende Sonnenschein Au Revoir gesagt hat und das nervige und sehr extreme Wechselwetter mehrmals zugeschlagen hat, ist ein wenig Chaos ausberochen, weswegen sich nicht nur von unserer Seite lautstark über Teile der Organisation und die „Schaut-mich-an,-ich-bin-Orga“-schreienden Orgas beschwert wurde.
Trotz alledem habe wir die wenigen sonnigen Momente an der frischen Luft genutzt und versucht einige Cosplayer (Costume + Play) fotografisch festzuhalten, was bei der großen Masse nur in Maßen möglich war. Viele wirklich beeindruckende Kostüme haben wir einfach nicht vor die Linse bekommen.
Und auch wenn die ‚Dokomi‘ für die meisten Außenstehenden und Nicht-Interessierten eine zu belächelnde Freak-Parade darstellt, kann sich glaub ich ein Außenstehender nicht wirklich vorstellen, mit wie viel Liebe, Leidenschaft und Hingabe die Menschen mit einem Monate-lang geschneiderten und gebastelten Kostüm ihrer Lieblings-Serie oder ihrem Lieblings-Game die ganze Sache angehen und Tribut zollen. Es war für mich wohl die größte (bisher miterlebte) Ansammlung von netten und aufgeschlossenen Menschen. Jeder hat sich gefreut, wenn man ihn und sein Kostüm fotografieren wollte, die Leidenschaft zum Hobby geteilt hat und danach noch ein wenig plaudern wollte.
Die ca 40 Fotos findet ihr auf zwei Seiten wie immer unter dem Artikel. Mit teilweise Kostümvergleiche und Kommentaren von mir ;-)
Nächstes Jahr bin ich auf jeden Fall wieder da. Und diesmal so richtig. Mit Karte und so.
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