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Ohja. Wie habe ich mich auf Rheinkultur 2010 gefreut. Jennifer Rostock und Max Herre mit abertausenden Leuten live erleben. Leider wurde daraus nichts. Meine Damen, Herren, Mädels und Schnallen: Es folgt nun eine Geschichte über einen Tsunami, die Anarchie, mit ohne Musik, WM-Spiel und Drogen und viel nasser nackter Haut. Inklusive selbst gedrehtem Video.
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In tropischer Hitze haben wir uns per Zug nach Bonn begeben und nach der turbulenten Anreise erst mal den Green-Card Bereich aufgesucht. Mit den Füßen im Planschbecken haben wir allerlei kuriose und schöne Menschen, bei strahlendem Sonnenschein, beobachtet. Nach einer ganzen Woche Jahrhundert-Hitze waren wir nicht die einzigen Optimisten an der Rheinauen. Die meisten Mädels liefen nur in kurzen Hotpants und Bikini-Oberteilen oder gar komplett in Bikini herum und die Typen nur in kurzer Hose mit Deutschlandflagge um die die Schultern. Es schien alles perfekt zu sein und es gab viel zu gucken.
Danach wollten wir so langsam los und sind gemütlich über das große Gelände geschlendert, haben uns Merchandise-Stände angeschaut und einige Fress-Buden überfallen. Musikalisch war für jeden etwas dabei. Es gab die Mainstage mit Mainstream-Musik, die Rock-Stage, die kleine HipHop-Stage und den Elektro-Tanzberg. An der HipHop-Stage angekommen, gab es plötzlich eine Durchsage vom Moderator: Ein richtig richtig richtig böses Unwetter zieht auf und wenn man nicht von der knallharten Sorte wäre, sollte man schnell unter die Autobahnbrücke an der Rheinaue fliehen.
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Wie viele andere haben wir uns aber nicht von dem Regen einschüchtern lassen und die Abkühlung erst mal genossen. Der Regen wurde aber heftiger, sodass wir kurzerhand in den Greencard-Bereich geflohen sind, um uns unter die dort aufgebauten Pavillons zu stellen. Nachdem man auf die Idee kam, die großen Biertische in den Regen zu schmeißen, war auch genug Platz für alle Flüchtlinge da. Es hatte irgendwie etwas von Titanic. Nur lustiger. Unsere Stimmung war derweil immer noch sehr hoch. Andere haben sich aus Biertischen kleine Holzhütchen gebaut, um dem Regen zu entfliehen. Wir hatten Spaß und vor allem die Hoffnung, dass gleich wieder zu Sonne knallt.
So war es aber nicht. Die Greencard-Area wurde wegen einer schlimmeren Unwetter-Warnung geräumt und die Pavillons abgebaut. Mittlerweile waren fast alle richtig nass.
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Man(n) hat nur Kopf geschüttelt, wenn die armen, spärlich bekleideten, jungen Damen an einem vorbei gegangen sind und nichts außer ihr Höschen und ihr komplett nasses weißes Top anhatten und der Regen an den langen Beinen herunter lief… Äääähmm ja – Ihr merkt schon. Es war skandalös. Nach einer Weile haben wir uns dann unter die Bäume auf dem Hügel vor der WM-Leinwand verschanzt. 20.000 echte Fußball-Fans standen im schüttenden Regen vor Leinwand und haben auf den Anpfiff gewartet. Ja – Wir haben uns bei Blitz und Donner unter große Bäume gestellt. Und ja – wir gehen auch bei Rot über Ampeln. An dieser Stelle: Yoyoyo. That’s for all my brothers in the jail!
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Zeitleich ist an der Rheinaue offiziell die Anarchie ausgebrochen. Leute hatten plötzlich Kneifzangen in der Hand, welche damit Zäune aufgebrochen haben, um schnellere Fluchtwege zu schaffen. Andere Zäune wurden eingetreten und Blumenbete plattgelaufen. Ein paar Jungs haben einen kleinen Eiswagen gekapert und Eis verschenkt. Mädchen sind zusammen geklappt und der Rettungsdienst war völlig überfordert. Und wir bis auf die Unterwäsche nass.
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Noch vor dem Anpfiff, des wohl legendären Deutschlands-Spiels, sind wir dann unter die Autobahnbrücke geflüchtet. Nachdem wir eine Stunde gewartet und unsere Shirts ausgefringt haben – wurde das Wetter nicht besser. Tsunami, Blitz, Donner, Sturm. Und da kein Ende in Sicht war, haben wir gemeinsam beschlossen uns wehmütig auf den Weg nach Hause zu machen – ohne auch nur ein einziges Lied gehört zu haben.
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Ein kompletter “Rheinfall” war es aber dennoch nicht. Mit der Rock-am-Ring-erprobten Truppe – und mir – war die Stimmung so gut wie immer over the top und wir haben uns durch (fast) nichts die Laune verderben lassen ;-). Im Nachhinein bin ich dennoch sehr traurig, wenn ich die tollen Fotos und Videos vom Jennifer Rostock Auftritt anschaue.
Jenny… Es tut wieder weh.
Aber hey. Es gibt schlimmeres. Glaube ich. Nächstes fahren wir mit dem Auto – inklusive Ersatzklamotten und Regencapes. Das wird toll.
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Foto von Festivalhopper.de

















7 Comments, Kommentare oder Ping
Was ein Tag =P
Und was hast du für 13Euro alles erlebt?
Hmmm mal überlegen:
- Bahn gefahren check
-Nass geworden check
-erkältet check
-keine Band gesehn check
-1,5Std im Regen zum Hbf gelaufen check
-trotzdem Spaß gehabt CHECK
July 6th, 2010
:’-(
das einzige ärgerliche ist wirklich das wir keine Band gesehen haben.
trotz alledem war es irgendwie doch ein extrem lustiger tag :D
nächstes jahr auf ein neues!
July 6th, 2010
Bin nicht erkältet. Vielleicht wenn wir mit den nassen Klamotten bis zum Ende geblieben wären ;-)
July 6th, 2010
Topless ist OUT ;-) sagt eine Liste..eines bestimmten Blogs
July 8th, 2010
Hi Leute!
Also nur ma so am Rand: Sooo heftig fand ich das Unwetter jetzt auch wieder nich… Der Regen war zwar von der heftigeren Sorte, doch so richtig schlimm war das doch ned!
Also für das Spiel hat sich das im Regen stehen echt gelohnt und einen richtigen Grund um vorzeitig nach Hause zu gehen, sah und sehe ich, ehrlich gesagt, überhaupt nicht! Hab genug Musik anhören können, um zu sagen, dass dies ein Festival-Besuch war und wenn ich das mal so sagen darf: Wer wegen des “Unwetters” früher nach Hause ging, is selber schuld!”
Cheers
Benz
July 24th, 2010
Antworte auf “Rheinkultur 2010 – Keine Musik aber dafür nass”