Eric beim Messdiener-Treffen in Rom
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Eric wollte nach Rom und Eric flog nach Rom – Und wir sind ihm gefolgt. Jan, René, Fabian und ich waren letzte Woche 5 Tage in Rom und wollten ein paar schöne Tage in Italiens Hauptstadt verbringen. Schön war es, da Rom wirklich schön ist. Wenn nicht sogar wunderschön. Es hat echt Spaß gemacht die Stadt größtenteils per Fußmarsch zu erkunden – wenn auch es immer über 30 Grad waren, uns die Suppe vom Kopf bis in die Po-Ritze lief und ich auf den Schultern dank meines Rucksackes und dem Schweiß einen dicken Pickelausschlag bekommen habe. Die Pubertät war ein Witz dagegen. Voll fies.
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Unser Hotel lag genau in China-Town von Roma. Wir haben sozusagen mit der chinesischen Bevölkerung Roms die Bürgersteige morgens aus- und abends wieder eingeklappt. Alles schien wunderbar – bis uns schon am ersten Tag eine Sache nicht ganz Koscher erschien:
Es liefen überdurchschnittlich viele Pfadfinder-Gruppen in der Stadt herum. Glaubten wir zumindist den kompletten ersten Tag. Am Zweiten wollten wir dann gemütlich in den Petersdom im Vatikanstaat. Daraus wurde natürlich nichts. Die Anstellschlange ging eine komplette Runde um den Petersplatz. Wir dachten uns nur: Was war hier los?
Ich war vor vielen Jahren schon einmal in Rom und damals war es wie beim Sex. Schnell rein und schnell wieder raus. Ohne große Warterei. Kurz darauf sprach mich wegen meines
„GTA Aachen“-T-Shirts einer der angeblichen „Pfadfinder“ an. Ich fragte ganz plump:
„Seid ihr Pfadfinder?“
Hut, Halstuch, Flaggen. Alles deutete darauf hin. Etwas perplex antwortete der Junge: „Ääähmm hää? Wir sind Ministranten“. Etwas verdutzt guckten wir uns an und begriffen langsam was hier los war und warum alle „Minis“ (Abkürzung für Ministranten) und
„Rom CIM 2010“ auf dem Shirt stehen hatten. Genau in unserer Woche war die nur alle
4 Jahre stattfindende Ministrantenwallfahrt nach Rom. Von groß bis klein – alle waren da. Aus ganz Europa. Die Stadt war maßlos überfüllt. Überall trafen wir Minis an. In Eisdielen, Restaurants, Kirchen, Busse, Züge, U-Bahnen und bei wirklich sämtlichen Plätzen, Piazzas und Sehenswürdigkeiten. Sie sangen, tanzten, feierten. Manchmal christlich im Chor. Manchmal auch mit bösen „Negger“-Lieder in der U-Bahn. Unser Messediener halt..
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Da alle Minis sicher jetzt den Petersdom gesehen haben, wird er morgen sicher wieder für die normalen Touristen und Heiden zugänglich sein. Das haben wir uns gedacht und gewünscht. Ähm ja. Wieder mal falsch gedacht. Extra früh aufgestanden kamen wir zum Petersplatz und witterten schon die Gefahr: Überall Polizei, die Malteser und… Minis. Überall Minis. Der gesamte verdammte Peterplatz war voll. Alle mit Deutschland-Flaggen, Schwarz-Rot-Goldene Kappen, Tücher, Shirts und Fußball-Trikos. Es war wie beim WM Public Viewing in Berlin. Nur… religiöser.
So schlichen wir uns einfach in eine Mini-Gruppe und kamen als einer der letzten Gruppen auf den Platz. Hinter uns sperrten Polizisten den riesigen Platz ab. Wir haben schon gut gelacht, als wir realisiert haben, wo wir eigentlich sind. Etliche Messdiener-Gruppen kamen gar nicht auf den Platz und wir… waren mitten drin. Langsam fiel auch endgültige Groschen bei uns: Das ist eine Papstaudienz. Wir werden den Papst sehen.
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Eric war ganz aus dem Häuschen und nachdem wir etwa eine Stunde gewartet haben, kam das Oberhaupt der katholischen Kirche mit einem großen Helikopter angeflogen und drehte ein paar Ehrenrunden um den Vatikanstaat. Die Masse tobte. Unser deutscher Papst landete dann auch direkt und war überraschend rasch mit seinem offenen Papa-Mobil am Start. Als er dann die 53000 Messdiener begrüßte war die Menge wieder am schreien. Noch extremer wurde es, als er explizit die 45000 Pilger aus Deutschland willkommen hieß. Etliche deutsche und bayrische Fahnen waren zu sehen und es wurde lautstark gejubelt. (Video)
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Ich wusste die Woche nicht, ob ich von den Minis genervt oder belustigt wurde. Sie waren allgegenwärtig und haben uns jegliche Sicht auf viele Sehenswürdigkeiten versperrt. Ein Beispiel: Die Spanische Treppe soll abends ein Highlight von Rom sein. Und das war es auch. Überall waren sie und sangen und tanzten. Die ganze Spanische Treppe war am hüpfen.
Mit Deutschland-Flagge, so groß wie Kleingärten. Tedesco Remmie Demmie am Abend.
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Man kam sich sowieso wie in Deutschland bzw Bayern oder auf Malle vor. Überall sprach man deutsch und überall waren deutsche/bayrische Fahnen zu sehen. Jede Mini-Gruppe hatte mindestens eine dabei. Der durch den zweiten Weltkrieg verlorene Nationalstolz ist sichtbar wieder Salonfähig geworden – dank der WM 2006.
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Hundert mal schlimmer als die Mini-Plage waren die Italiener selbst. Man wurde von vorne bis hinten verarscht und über den Tisch gezogen. Am U-Bahn Automaten musste man sein Portmonee verteidigen und die Taxi-Rückfahrt zum Flughafen war zu 100% „GTA Roma“. Mit 90 durch die Stadt, an der Polizei vorbei, hupend über sämtliche rote Ampeln und gruselige Schleichwege bei denen wir allesamt (ein bisschen) angst um unser Leben hatten.
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Andererseits hat Ladylover Eric den kompletten Urlaub extrem aufgewertet. Nur durch verschämtes Winken und direkte Luftküssen hat er Rom im Sturm erobert. Im Sturm der Liebe. Von weiblichen Minis bis zu temperamentvollen Latinas. Er bekam sie alle rum. Selbst Traumtänzer wie Mario Barth würden es in der Zeit nicht schaffen, ähnlich viele Frauen zum Lachen zu bringen.
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Mein Italien-Fazit: Ein Land in dem jeder kleine dicke Mann mit Schnäuzer Mario heißt, es keine Verkehrsregeln gibt, „echte“ Ray Ban Brillen für 4 Euro verkauft werden, nur Pizza, Pasta und Pizza-2-Go gegessen wird, jede Treppen ein heiliger Ort ist und die Sprache sehr schnell und seltsam ausgesprochen wird – ist mir irgendwie suspekt. Mir ist Bier, Autobahnen, Bratwurst, Mercedes und Lederhosen irgendwie lieber.
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Babidi bupo! Bupidi bapi?

















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