Autor: Tobiaaatch

Meine Yoshi Story


Yoshi in Meine Yoshi Story

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Über Nacht wurde Yoshi mit einem der besten Konsolen-Launch-Titeln (Super Mario World für die Super Nintendo) zum neuen Super-Franchise von Shigeru Miyamoto – dem Vater von Mario und co.
Für alle Menschen ohne 16 Bit Kindheit: Die Yoshis sind freundliche, knuddelige und reitbare Dinos mit… Schuhen. Es gibt sie in allen Farben, wobei jedoch der grüne Yoshi der wohl bekannteste der Familie ist. Yoshi kann wie Chamäleon kleinere Feinde und Früchte mit seiner Zunge fangen und runterschlucken, welche dann sofort in kleine Eier herausdrück werden.
Nach seinem ersten erfolgreichen Auftritt als geschlagener und nur ausgenutzter Reitesel von Mario, tauchte er in fast jedem weiterem Super Mario Spiel wieder auf und bekam sogar viele eigene Spiele. Seine erste große Hauptrolle hatte er 1995 mit “Yoshi’s Island” auf der Super Nintendo (SNES), was noch heute als Messlatte für zweidimensionale Jump’n'Run Spiele gilt. Mit tausend kreative Ideen und Spiele-Elementen, einem legendären Soundtrack (!!!) und einer wirklich wunderschönen Grafik hat Yoshi mein verpixeltes Herz erobert. Den lebensgroßen Yoshi an meiner Wand kann ich deswegen wohl unkommentiert lassen.

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Drei Jahre später erschien dann das Möchtegern-Prequel für die N64: “Yoshi’s Story“. Da ich keine “Nintendo 64″ besaß und besitze, habe es nie spielen können. Ein Kumpel hat es sich dann aber irgendwann tatsächlich gekauft. Doch aus unbekannten Gründen, wurde es weder lange gespielt, noch wurde von „Yoshi’s Story“ geredet. Er wollte es mir (sogar auf Anfrage) nicht mal zeigen. Mysteriöse Dinge haben sich abgespielt und das Geheimnis geriet in Vergessenheit.
12 Jahre später erinnerte ich mich zurück, wollte es spielen und hatte nun auch die Möglichkeit dazu: “Virtual Console” auf der Wii sei Dank. Deshalb jetzt und hier: Meine kleine zermürbende Review zu “Yoshi’s Story”.

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Die Geschichte fängt damit an, dass der böse Baby Bowser aus Jähzorn die Welt in ein Bilderbuch verwandelt. Obendrauf hat er noch den heiligen „Super Happy“ Früchte-Baum – plus aller existierenden Früchte – gestohlen. Nur eine Hand voll Yoshi’s konnten Baby Bowsers Fluch (nicht zu verwechseln mit Bowser Junior) entfliehen. Soweit so gut.

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Das Spiel ist (wie die “Donkey Kong Country” Serie) ein 2D Jump’n'Run mit 3D-Grafiken, was ziemlich ungewöhnlich für die N64 war. Jeder wollte zu der Zeit eigentlich die neue 3D-Technologie sehen und erleben. Trotzdem sah und sieht es noch fantastisch aus. Je nach Level-Wahl ist der Grafikstil immer anders: Es gibt gestrickte Levels, aus Stoffresten zusammengenähte Levels, aus Pappe gebastelte Levels und aus Zeitungspapier und Pappmaché gekleisterte Levels. Anders als bei anderen Spielen, gibt es kein Level-Ende. Das Ziel ist es, 30 Früchte zu finden und zu fressen, welche dir gleichzeitig auch Lebensenergie verschaffen. Der Grund für den Fresswahn: Die Emo-Yoshis werden durch die Einnahme von „Früchten“ glücklicher und gelangen so mit einer dicken Ladung Serotonin und Dopamin zur nächsten Stage. Drogen. Hiphip Hurray.

Alles schön und gut. Doch der erste Schock kommt spätestens nach der ersten Stunde Spielzeit. Denn dann hat man „Yoshi’s Story“ durch und den dümmsten und einfachsten Endgegner aller Zeiten, Baby Bowser, besiegt. „Oh nein, ich hasse es wenn, wenn die Bob-Ombs von meiner Stachel-bedeckten-Decke fallen.“ Die Aufgabe beim Endkampf: Sechs Mal die besagten Bob-Omb Bomben auf Baby Bowser werfen. Das war aber nicht alles: Denn in dem Endgegner-Raum steht DER GESTOHLENDE FUCKING SUPER HAPPY FRÜCHTE BAUM. Man kann also Non-Stop beim Kampf immer wieder seine Leben auffüllen. Was soll das?

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Nach dem ersten Durchspielen, checkt man dann, dass es in den sechs Welten mehr als nur ein Level gibt. So muss man die „Story“ insgesamt vier Mal durchspielen, wenn man alles von „Yoshi’s Story“ sehen will – was nicht gerade viel ist, denn „Yoshi’s Island“ hatte doppelt so viele Levels.

Eigentlich würde das wiederholende Durchzocken keinen stören – wäre da nicht zwischen jedem Level-Wechsel die „Story“, welche langsam und komplett Früchte-Geschichte immer und immer wieder zum mitlesen erzählt wird. Gleichzeitig wird die ganze Zeremonie mit dem nervigsten Nintendo-Lied aller Zeiten untermalt – gesungen von den Yoshis (mit einer unheimlichen quietsche Stimme). Und das Beste: Nach jeden sechs Leveln ist der Endgegner besiegt und die komplette Geschichte wird dir dann NOCHMALS erzählt, da man die komplexe Handlung ja in der LETZTEN STUNDE vergessen haben könnte. Seufz.

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Allgemein ist die Stimme der Yoshis unglaublich penetrante, nervige und quietschig, was uns zum nächsten Thema führt: Ich wollte es nicht wahr haben, aber es ist… ein waschechtes… Spiel für Kinder. „Yoshi’s Story“ bietet kaum Herausforderungen. Man würd rundum mit energiebringenden Früchten, Herzen und Blumen verwöhnt, sodass man eigentlich nicht digital dahinscheiden kann. Das Leveldesign ist sehr einfach und flach gestrickt und das ganze Spiel ist sehr kindisch, bunt und „süß“ aufgezogen. Man merkt das Nintendo-Guru Shigeru Miyamoto und Yoshi-Erfinder Shigefumi Hino nicht an der Entwicklung beteiligt waren. Trotzdem ist „Yoshi’s Story“ kein schlechtes Spiel. Mehr als einmal braucht man es aber nicht zu „erleben“ – anders als die meisten anderen Super Mario Spiele.

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Wirklich großartig soll aber der offizielle „Yoshi’s Island“ Nachfolger „Yoshi’s Island 2“ für den Nintendo DS sein, welchen ich mir auf jeden Fall mal angucken werde. Nach Weihnachten steht aber erstmal (endlich!) “Super Mario Galaxy 2” auf der Wii auf dem Programm, welches seinen GRANDIOSEN Vorgänger mit haufenweisen neuen kreativen Ideen (inklusive spielbaren Yoshi) nochmal übertreffen soll. Nerd.

Vielen Dank fürs Lesen.


2 Comments, Kommentare oder Ping

  1. Erstmal: Sehr viel stuff, aber sehr gelungen geschrieben!

    Ich habe Yoshi’s Story auch noch in einer Kiste mit all meinen anderen N64-Spielen rumfliegen. Ich habe das Spiel geschenkt bekommen, da war ich 10 oder 11. Ehrlich gesagt hatte ich damals weder die Lust noch das “Durchhaltevermögen” es durch zu spielen. Es hat tatsächlich irgendwann gelangweilt. Auch wenn ich damals von dem ganzen quietschebuntem begeistert war, hab ich sehr schnell die Lust daran verloren. Ich glaube, bis zum zweiten Durchgang, von dem du erzählst hast, bin ich nie gekommen. Ich habe es danach aber auch nie mehr angefasst und gespielt. Dann doch lieber Yoshi’s Island auf dem SNES.

    Aber danke. Hat definitiv Spaß gemacht, das zu lesen.

    Gruß
    Chris

    November 28th, 2010

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