
Anders als die Musik- und Modeszene erlangt die britische Filmkunst irgendwie nur in den seltensten Fällen Ansehen und Erfolg im Ausland. Es scheint wie ein ewiger Fluch auf britischen Filmen und Serien zu lasten. (Außen vorgenommen sind natürlich alle Monty Python und Edgar Wright Filme). Der gepflegt britische Stil ist für den traditionellen Engländer natürlich das non-plus-ultra – die USA, Deutschland und der gleichen können aber eher weniger mit dem bissig-minzigen „typisch Britisch“ etwas anfangen.
Eine Serie hat es jedoch geschafft, verzichtet gekonnt auf die Royal-Überdosis und heimst jetzt verdient viel Liebe ein. „Skins“ (deutscher Untertitel: „Hautnah“) könnte nämlich glatt in Deutschland, Frankreich oder den Vereinigten Staaten spielen. Durch die nie aufhörenden Tweets und ‚Skins‘-Liebeshymnen des Internet-süchtigen Twitter-Volks kam ich nicht drum herum, mir das besagte Kind einmal etwas genauer anzuschauen. So bin ich (anders als alle anderen welche gerade diesen Artikel lesen) völlig unvorbereitet und unbefangen an die Serie herangetreten. Ich hielt ‚Skins‘ nach den ersten zwei Folgen sogar für eine reine Komödie mit viel Alkohol, Drogen, Sex und Mädchen in Unterwäsche. Kurz darauf habe ich dann aber überraschend festgestellt, dass es sich doch um ein waschechtes Drama handelt – mit viel Alkohol, Drogen, Sex, Mädchen in Unterwäsche und immer einer guten Priese absurder Situations-Komik.
Aber worum geht’s bei „Skins“ jetzt eigentlich? Die Serie behandelt kurz gesagt den Alltag einer Gruppe Jugendlicher, welche etwas verstrickt mehr oder minder mit einander befreundet sind. Gemeinsam, alleine oder gegeneinander tun sie dann das alles, was für eingefahrene Dorfkinder extrem neu und für aufgedrehte Stadt-Menschen halbwegs normal ist.
Die Definition „alles“ lässt sich in diesem Fall am besten mit dem Skins-Trailer bewerten. Trailer Season 1. Trailer Season 3.
Jede Folge (mit der außergewöhnlichen Länge von 45 Minuten) fokussiert sich meistens auf das Schicksal eines der vielen Charaktere. Jeglicher Stereotyp wird innerhalb der Serie abgearbeitet: der arrogante Aufreißer, der tollpatschiger Loser, der autistische Nerd, die Schlampe, die Magersüchtige, das Drogenopfer, der lässige Emo-Skater, die komplett verschiedenen Zwillingen, der Stalker, der afrikanische Immigrant, der asoziale Hooligan, die Lesbe, der Schwule, der zwiegespaltene Moslem, das Mauernblümchen und so weiter. Von Staffel zu Staffel kommen neue dazu, alte fallen komplett weg. Im Vordergrund steht – neben den Beziehungen untereinander – oft auch das schwierige Verhältnis zu den völlig kaputten Eltern. Einfach das normale Leben zwischen Liebe, Drogen, Schule, Partys, Eltern, Intrigen, Gewalt, Fleischeslust und der dunklen Vergangenheit.
Dieses Jahr wurde in England die 5te Staffel ausgestrahlt, ein „Skins“-Kinofilm kommt diesen Sommer. In Deutschland liefen auf Sky-Channel ‚Fox‘ bereits 3 Staffel, welche aber alle auch schon auf DVD zu erwerben sind.
Was „Skins“ natürlich als britische Serie hervorhebt, ist die unbekümmerte Darstellung von nackter Haut und Wollust – das ständige Tabu-Thema Nummer 1 in den USA.
Was kann ich noch sagen? Skins ist mitreißend, witzig, sexy, schmutzig und sehr oft auch schockierend. Es geht eben hautnah unter die Haut.

















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